Archiv der Kategorie: Veranstaltungen

Alternativ – Bürger – Beteiligen

von Kai Kleinwächter

„Bürgerbeteiligung – da pocht mir das Herz. Das finde ich gut.“
Prof. Dr. Ludwig Ellenberg
Stellv. Vorsitzender der Urania/Berlin

Verändern durch Wissen – Erfolgsbedingungen guter Bürgerbeteiligung
Referent: Prof. Dr. Klaus Töpfer
Veranstaltung der Urania und der Friedrich-Ebert-Stiftung, am 27.01.2014

Herausforderung: Abnehmende Fähigkeit zur Erneuerung

Aus der Sicht Töpfers werden zunehmend Technologien und Großprojekte entwickelt, die gar nicht bzw. nur zu hohen Kosten umsetzbar sind. Damit würden nicht nur Ressourcen verschwendet, sondern auch Lösungen drängender Probleme verzögert oder verhindert. So kommt die erforderliche Umgestaltung der Gesellschaft bei der Energiewende in wesentlichen Bereichen nicht voran, da zentrale Interessengegensätze nicht überwunden werden. Hier verwies Töpfer v.a. auf neue Stromleitungen, Frackingtechnologien und power-to-gas.

Ursache sei einerseits, dass die Bevölkerung eine umfassende Skepsis gegenüber den Ideen und Versprechungen der etablierten Institutionen entwickelt hat. Andererseits präferieren Bereiche der Forschung, der Medien und der politischen Planung Konzepte, die an den Interessen von Teilen der Bevölkerung vorbeigehen. Töpfer sieht einen Lösungsansatz darin, die Bürger von Anfang an, also bereits bei der Formulierung der zu lösenden Herausforderungen und der Ausrichtung der Grundlagenforschung, mit einzubinden. Nur so können ergebnisoffene Prozesse mit umsetzbaren Ergebnissen entstehen.

Porträt Klaus Töpfer

1. These: Freiheit bedarf echter Alternativen

Die Einbeziehung von gesellschaftlichen Akteuren wird oft als Umsetzung von freiheitlich-demokratischen Zielen gesehen. Das entspricht aber nur dann der Realität, wenn eine echte Wahl(-freiheit) existiert. „Alternativen zu haben, ist der Kern der Freiheit.“ (Hannah Arendt) oder: Alternativlosigkeit bedeutet Unfreiheit.

Bei vielen Bürgerbeteiligungen können die Angesprochenen aber nur noch Details ändern. Echte Alternativen bis hin zur völligen Aufgabe stehen nicht (mehr) zur Debatte. Damit gerät die Beteiligung aus Sicht der Betroffenen zu einer Showveranstaltung. Entsprechend bringen sie sich nicht mehr ein bzw. versuchen das Vorhaben zu blockieren. Eine überzeugende Legitimität gelingt nicht. „Wutbürger“ und „alternativlos“, Wort und Unwort des Jahres 2010, bedingen einander. Nur wer Alternativen anbietet, kann einen Dialog führen.

Ein negatives Beispiel ist der Umgang mit zur Abbaggerung freigegebenen Siedlungen. Zwar können die Bürger der betroffenen Dörfer die neuen Wohnanlagen mitgestalten oder die Höhe der Entschädigungen beeinflussen, aber ihr weichen und in welchem Zeitrahmen, wird ohne sie entschieden.

2. These: Alternativen müssen aktiv geschaffen werden

Eine gesellschaftliche Herausforderung stellt sich dort, wo (noch) keine Alternativen existieren. Hier müssen diese erst erschaffen werden. Ein tragfähiges Beispiel ist für Töpfer die Energiewende. Erst in den 1980er Jahren führte die anhaltende Umwelt- und Friedensbewegung zum Umdenken in Teilen der wirtschaftspolitischen Eliten. Die „Alternativlosigkeit“ des atomar-fossilen Energiesystems wurde durch die zunehmend konkreter werdende Vision einer nachhaltigen Gesellschaft ersetzt.

Selbstverständlich gehört dazu auch öffentlicher Druck von unten – gepaart mit einer hohen Verweigerungshaltung. Töpfer betonte mehrfach, dass erst der anhaltende Widerstand von „unten“ das Nachdenken über und die spätere Umsetzung von Alternativen erzwang. Er verwies hier neben dem Atomausstieg auf die Etablierung der Kreislaufwirtschaft und die Rauchgasentschwefelung. Damit stellt sich auch die „Machtfrage“. Es läuft darauf hinaus, politisch-ökonomische Macht immer stärker einzuhegen bzw. in eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung einzubetten (ohne das Töpfer es so zugespitzt hat).

„Ich lebe sehr gerne in einem Dagegenland“, sagte Töpfer. Entscheidungen würden nicht besser nur weil sie unter dem „Diktat der Schnelligkeit“ exekutiert werden. So etwas bedeutet im Kern die Ablehnung aller Alternativen. Diskussionen und das Abwägungen von Varianten kosten Ressourcen, insbesondere Zeit. Diese sollte sich unsere Gesellschaft nehmen und nicht wieder Heilsversprechen Glauben schenken. Ein gesundes Gemeinwesen sollte die „Heuristik der Furcht“ (Hans Jonas) verinnerlichen.

3. These: Alternativen brauchen neue Institutionen

Dieser neue Ansatz, den Bürger nicht erst bei der Umsetzung, sondern bereits in der „Überlegungsphase“ mit einzubeziehen, erfordert Veränderungen bei den klassischen Institutionen. Das bedeutet die Durchsetzung partizipatorischer Demokratieformen, die Etablierung einer Gesellschaftskommunikation von unten sowie die feste Etablierung interdisziplinärer Forschungsverbünde.

Neue Gestaltung der KommunikationZentrale Fragen sind dabei u.a.:
– Was passiert mit den alten Institutionen? Welche Folgen hat ihre Schwächung?
– Wie wird die Freiheit der Wissenschaft gewährleistet?
– Wer sind die Ansprech-/Kooperationspartner in solchen Prozessen?
– Wie gestalten sich gesamtgesellschaftlich zielorientierte Diskurse?
– Wer übernimmt letztlich die Verantwortung?
– Wie sollte/muss die Wirtschaft eingebunden werden?

Zum letzten Punkt äußerte sich Töpfer nach deutlicher Kritik aus dem Publikum zurückhaltend.

Mehrfach und nachdrücklich stellte er klar, dass diese Umgestaltung ein gesamtgesellschaftlicher evolutionärer Prozess sein muss, der in seiner konkreten Ausgestaltung ergebnisoffen ist. Das Denken und Handeln in Alternativen ist immanenter Bestandteil dieser Entwicklungen und bedarf für den Erfolg der Bürgerbeteiligung.

Die nächste Veranstaltung in der Reihe „Wege in eine ökologische und gerechte Gesellschaft “ findet am 11.02.2014, um 19.30 Uhr statt.
Thema: Future Lab Germany – Entscheidet sich die Zukunft des Kapitalismus in Deutschland? mit Dr. Günther Bachmann und Prof. Lutz Engelke.

Bildnachweis

Photo Klaus Töpfer: Stephan Röhl, Konferenz: Countdown to Copenhagen – Heinrich Böll Stiftung 2009 Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic
Grafik: Kai Kleinwächter, Chart aus dem Vortrag zur Veranstaltung.

Kunstwerk des Eintrages

Simon Vouet (1590 – 1649)Apollo und die Musen
von http://www.zeno.org – Contumax GmbH & Co.KG
Bild Simon Vouet Appollo und die Musen

Salvador Dalí – Drogen und Wahn

von Kai Kleinwächter

Letzten Donnerstag besichtigte ich die Salvador Dalí Ausstellung in Berlin. Die bizarre Kunstwelt Dalís bewegt, gibt vielfältige Denkanstöße und wirft Fragen auf:

War der Künstler drogeninspiriert und wahngeleitet?

1. Antwort: Arbeitspensum

Die Größe des Werkes von Dalí besteht auch darin, dass er eine erstaunliche Vielfalt von Techniken, Materialien, Stilen und Präsentationsformen nutzte – Kaltnadelradierungen auf Kupferplatten („Gretchen“, „Reiter und Tod“), Ölfarben („Junges Mädchen am Fenster“*), Skulpturen aus verschiedensten Materialien („surrealistischer Engel“), Filme („Destino“) … Das trotzdem „Dalí“ erkennbar bleibt, zeugt vom Niveau seines Könnens.
Dahinter stehen Arbeitsintensität und Disziplin. Beides zerfällt im Rausch. Dalí ging nur wenig zu Feierlichkeiten, sprach Alkohol als auch Essen nicht übermäßig zu und führte ein extrem arbeitsreiches Leben. Die mit dem Reichtum ab den späten 1950er Jahren erbauten Traumschlösser für sich und seine Frau waren Rückzugsorte – keine Plätze orgiastischer Veranstaltungen.

2. Antwort: Freie Assoziation

Zentral für gestalterische Leistungen sind Kreativitätstechniken. Beispielsweise entwickelten Dalí und Luis Buñuel durch die Technik des „automatischen Schreibens“ das Skript zum Kurzfilm „Ein andalusischer Hund“. Eine prägnante Beschreibung des Entstehungsprozesses findet sich im ansprechendem Begleitheftchen zur Ausstellung.
Um mit diesen Techniken des Geistes Neues hervorbringen, muss sich der Schaffende von gesellschaftlich „aufgezwungenen“ Gedankengängen befreien. Dazu zählt nicht nur der simple Bruch mit gesellschaftlichen Tabus. Im Gegenteil, wer nur gegen etwas kämpft, ist dessen Sklave. Oder: Feuchte Porno-Romane emanzipieren keine Frauen.

Drogen zerstören Kreativ-Prozesse. Die durch sie hervorgerufenen Impressionen lassen sich nicht lenken und bestehen vor allem aus langweiligen Wiederholungen. Die Antwort einer „Ausweitung des Konsums“ führt dann zum Verfall des Menschen. Nicht er steuert die Drogen, sondern diese ihn. Ein Künstler der mit Drogen seinen Assoziationen nachhelfen muss, beerdigt seine Innovationskraft.

3. Antwort Ideenaufnahme

Dalí entwickelte vor allem zwei „Techniken“ der Ideenaufnahme.

Einerseits umgab er sich gezielt mit inspirierenden Menschen – Picasso, Freud, Stefan Zweig, Mary Phelps Jacob … Es zählten aber auch Menschen dazu, die ihm (unkreative) Arbeiten abnahmen. Damit erhielt er Zeit sich um seine Kunst zu kümmern. Vor allem seine Frau Elena Diakonova übernahm lange die Tätigkeiten eines Managers, PR-Beraters und „Lektoraten“. Ihr Anteil an seiner Kunst ist – wie bei vielen Künstlern, bei denen die Frauen als „Musen“ abgetan werden – nicht zu unterschätzen.
Ab den 1960er Jahren beschäftigte das Ehepaar Dalí Manager für den Vertrieb der Merchandising-Artikel. Die durch professionelles Marketing vorangetriebene heftig kritisierte „Kommerzialisierung“ Dalís war keine Fehlentwicklung, sondern brachte seine Kunst voran und trug wesentlich zu seiner Berühmtheit bei. Moderne Gesellschaften sind Massengesellschaften. Entsprechend bleiben die, die für alle Schichten der Bevölkerung wirken und nicht nur für selbsternannte Eliten.

Andererseits lehnte sich Dalí immer wieder an berühmte Künstler und Werke an. Er ist angeregt von Hieronymus Bosch wie auch von Dürer und Velasquez. In der Dalí-Ausstellung finden sich „versteckte“ Bezüge zu diesen Malern. Die Entdeckung lohnt sich. Gleichzeitig zeigt die Ausstellung brillant, wie intensiv Dalí zeitlose und gegenwärtige Gedankenwelten nutzt und verfremdet – „Alice im Wunderland“, „Die göttliche Komödie“, „Tristan und Isolde“, „Faust“, Silbermedaillen für Olympia, Adenauer und Israel sowie „Hitler Masturbierend“*…

Damit gelingt es sowohl Liebhabern anderer Kunstströmungen als auch weniger Kunstinteressierten leichter in Dalís-Werk einzutauchen. Modern ausgedrückt nutzte er andere Marken, um den Wert und das Interesse an der Supermarke „Dalí“ zu steigern.

Unbestritten helfen (Alltags-)Drogen bei der Kontaktaufnahme mit Menschen. Aber unter Drogeneinfluss können Impulse von anderen Menschen kaum „gespürt“ werden. Man ist sich und der Droge genug – vereinsamt und verkümmert. Übertriebener Drogengenuss schreckt gerade Leistungsträger ab. Die Kooperationspartner Dalís wollten und erhielten kommerziellen Erfolg, künstlerische Weiterentwicklung oder sozialen Status. Ein Drogenkranker wäre hier gescheitert.

Zusammenfassung

Vielfältigste Kontakte und das Einlassen auf andere Symbolwelten – letztlich auf Marken – versorgten Dalí mit unterschiedlichsten Ideen. Aus diesen entstanden durch Kreativitätstechniken, durch Verdichtung, Neukombination und Verfeinerung immer neue Assoziationen. Intensivste Arbeit und künstlerische Weiterentwicklung schaffen ein geniales Werke. Aus dieser Vielfalt bildete sich ein qualitativ hochwertiges Extrakt – das künstlerische Erbe Dalís.

Nahm Dalí Drogen? Als Mensch – vielleicht, ist aber uninteressant.
Als Künstler – nein. Sie hätten sein künstlerisches Schaffen beendet.
Dalí formulierte einst: „Ich nehme keine Drogen. Ich bin die Droge.“

War Dalí „Wahn-sinnig“?
Ja! … Und deshalb ist er einer der Größten im Olymp der Kunst!

Ein Besuch der Ausstellung ist lohnend.

* Diese Werke sind leider nicht Bestandteil der Ausstellung ;(

Kunstwerk des Eintrages

Hieronymus Bosch (1450-1516): Baum-Mensch in einer Landschaft
von http://www.zeno.org – Contumax GmbH & Co.KG

Gemälde Hieronymus Bosch - Baum-Mensch in einer Landschaft

Stadtwerkefest Potsdam (28.-29.Juni)

von Kai Kleinwächter

Seit 13. Jahren richten die Stadtwerke Potsdam im Juni ein Volksfest aus. Wie jedes Jahr, kostenloser Eintritt für ein tolles Erlebnis. Die Organisatoren erfüllten ihren Anspruch, für die gesamte Bevölkerung etwas zu bieten.

Hauptattraktion – das musikalische Programm

Klassische Musik (1. Tag), regionale Bands, Ostrock-Legenden und internationale Stars (2. Tag) sowie Kinderprogramm (1.bis 3. Tag)

Am Freitag spielte das Filmorchester Babelsberg bekannte Melodien der UFA, der DEFA und großer Hollywoodfilme. Moderator Holger Wemhoff (stellv. Programmdirektor von „Klassik Radio“) führte, wie in den letzten Jahren, professionell gekonnt durch das Programm. Parallel zum hervorragenden Orchester unter der Leitung von Scott Lawton, zeigten Video-Leinwände passende Filmausschnitte. Höhepunkt der DEFA-Filme waren die Western des Darstellers Gojko Mitić sowie „Die Legende von Paul und Paula“.

Filmschnipsel und Musik waren gekonnt arrangiert. Sie verführten zum Träumen und weckten Interesse auf die Filme. Insbesondere im zweiten Teil – den Hollywood Filmen – konnte Gastsängerin Angelika Weiz ihre großartige Gesangsleistung präsentieren. „Goldfinger“ war phantastisch! Aus meiner Sicht der Höhepunkt des Abends.

Die Zeitreise durch die Filmgeschichte verdeutlichte den Wandel der Filmmusik. War sie früher eher Beiwerk bzw. stärker in Richtung Lieder ausgerichtet („Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“), sind moderne Filmmelodien orchestrale Arrangements („Symphonie – Herr der Ringe“). Die Filmmusik wurde zum eigenständigen Kunstwerk, inklusive ihrer Vermarktung. Die Popkultur, im Gewand der klassischen Musik wird (wieder) Hochkultur.

Am Sonn-Abend waren Karat und Bonny Tyler die Höhepunkte. Beide Bands / Künstler sind schon etablierter, aber Sie kreierten Stimmung – Super, Super!!! Jeder auf seine Art. Mensch merkt, wie unterschiedlich die Systeme waren, in denen diese Stars groß wurden.

Büdchen und Angebote für Kinder

Neben der üblichen Versorgungsgrundlage (leckere Bratwurst, Zuckerwatte und Crêpes) lockten besonders die Obstbowlen mit/ohne Alkohol. Sehr zu empfehlen!

Diese Jahr gefielen mir besonders die kleinen Schaufelrad-Boote (Neudeutsch: Power Paddler). In jedes passte ein Kind und konnte in einem aufblasbaren Swimmingpool umher paddeln. Alternativ konnten die Kleinen auch in große, durchsichtige Plastekugeln „zorbing“ auf dem Wasser betreiben. Das gab es in meiner Kindheit nicht 🙁

Argument für Re-Kommunalisierung

Kein privater Energiebetreiber in Deutschland finanziert eine solchfür die gesamte Bevölkerung zugängliche Veranstaltung. Es ist eine neoliberale Illusion, dass die Monopolprofite einer privaten Energiewirtschaft, den Menschen in den Städten und Gemeinden zu gute kommen. Aber bei kommunalen Stadtwerken sind Gewinne unproblematisch. Die Überschüsse bleiben in der Region – sei es durch die Finanzierung von Jungendclubs, dem öffentlichem Nahverkehr oder von Volksfesten u.a.. Potsdam hat Ende der 1990er Jahre die richtige Entscheidung getroffen und die Energiewerke wieder in kommunale Hand überführt. Berlin und anderen Städten ist nur zu raten, diesem Beispiel zu folgen.

Weitere Argumente für eine Rekommunalisierung: http://www.berliner-energietisch.net
sowie einen kleinen Strategieartikel.

Michael Fitz und 5/8terl in Ehr’n

Als Tatortkommissar Carlo Menzinger kennen die meisten Bayern den Münchner Michael Fitz. Doch die Musik war bereits Teil seines Lebens, lange bevor er vor der Kamera stand: „Ich habe immer den Turnunterricht geschwänzt und lieber mit irgendeinem Instrument in der Aula herumexperimentiert,“ erzählt er. „Wenn i schaug“ heißt sein neues, zwölftes Album, das vor Kreativität nur so überquillt. Eine Doppel-CD mit Illustrationen von Fitz‘ Ehefrau Karin, mit kreativen Arrangements, die auch Platz für Streicher und Bläser lassen. Dazu erzählt Michael Fitz Geschichten aus dem komplexen Fundus seines Gefühlslebens.

„Gut genug für die City“ heißt das neue Album der 5/8erl in Ehr’n aus Wien. Ihr „Wiener Soul“, wie sie ihre Musik selbst nennen, macht viele Genre-Schubladen auf: Man hört Soul, Jazz, Blues, Grooviges und Balladeskes – natürlich im Wiener Dialekt. „Gut genug für die City“ hat es in die Top 20 der österreichischen Albumcharts geschafft und auf Bayern 2 sind die sympathischen Wiener ohnehin schon seit einigen Jahren Dauerbrenner.

Die Idee zu diesem österreichisch-bayrischen Gipfeltreffen entstand in Anlehnung an die bayerische Landesausstellung 2012. Die in diesem Jahr als grenzüberschreitende Ausstellung organisierte Landesschau widmet sich unter dem Titel „Verbündet – Verfeindet – Verschwägert“ der gemeinsamen bayerisch-österreichischen Geschichte.

Karten für Michael Fitz und 5/8terl in Ehr’n gibt es ausschließlich bei Bayern 2, im Rahmen eines Gewinnspiels.

Kabarettpreis im BR

Bereits zum 14. Mal wurde der Bayerische Kabarettpreis vom Bayerischen Rundfunk zusammen mit dem Münchner Lustspielhaus verliehen. Ein Höhepunkt reiht sich an den nächsten bei den hochkarätigen Reden der Laudatoren und den Auftritten der Preisträger Christoph Sieber, Lizzy Aumeier, Jochen Malmsheimer sowie Henning Venske und Jochen Busse.

Willy Astor hält die Laudatio für den Senkrechtstarter-Preis auf Christoph Sieber. In seiner großartig verdrehten Mischung aus „Schlaudatio“ und Lobes-Gstanzl bezeichnet er Sieber mit seinen 42 Jahren als den „Heesters der Nachwuchsförderpreise“. „Lieber Sieber“ singt Astor und würdigt ihn dafür, dass er „sein Handwerk versteht“. Als studierter Pantomime begeistert Sieber anschließend selbst mit schneller Polit-Jonglage, die Augen und Ohren gleichzeitig herausfordert.

Musikpreis für die „Firstlady der Oberpfalz“

Wie es sich für einen begnadeten Parodisten gehört, hält Helmut Schleich die Laudatio für den Musikpreis nicht selbst, sondern sein Alter Ego: Freddi Hampertinger, seines Zeichens größter Fan von Lizzy Aumeier, zeigt sich schwer beeindruckt von der diesjährigen Preisträgerin. Er wünscht sich für die Zukunft nur noch eins: Lizzy Aumeier und Ottfried Fischer als „Sissi und Franz“ auf der Leinwand. Statt ihm diesen Gefallen zu tun stürzt sich die „Sexgöttin aus der Oberpfalz“ lieber mit ihrer gesamten Leibesfülle auf „das Grischperl“ Christoph Sieber. Im bayerisch-russischen Streitgespräch mit ihrer Partnerin Tatjana Shapiro entlockt sie anschließend ihrem Kontrabass seltene Töne. Auch sie selbst zeigt sich von ihrer weniger bekannten Seite als großartige Kontrabassistin.

Hauptpreis für Psalmenprediger Malmsheimer

Georg Schramm, den man lange vor keiner Fernsehkamera mehr gesehen hat, macht es seinem Preisträger nicht leicht: Er hält in seiner Laudatio Hauptpreisträger Jochen Malmsheimer nicht nur seine Nervosität vor kurzen Auftritten vor, sondern auch dessen „zur Weitschweifigkeit neigende Redseligkeit“. Malmsheimer selbst begeistert das Publikum mit seinem klerikal anmutenden „Psalm der Sorge,“ in dem er die lange Entstehungsgeschichte der Hose in perfekt gefeilten Sätzen vorträgt.

Ehrenpreis für das Duo Venske & Busse

Die Laudatio für den diesjährigen Ehrenpreis für Jochen Busse und Henning Venske hält Dieter Hildebrandt. In Erinnerung an die gemeinsamen Zeiten im Ensemble der Lach und Schieß gibt Hildebrandt zu, dass er beim Duo Venske & Busse gerne mitgespielt hätte – die Spannung zwischen den beiden war ein „Gesamtkunstwerk“. In größenwahnsinniger Altherren-Manier sinnieren beide über ihre „eigenen Verdienste an der Weltpolitik“: Busse zeichnet sich verantwortlich für den Niedergang der DDR, Venske schämt sich für den Aufstieg der Grünen.
Einen Preis für Cordula!

Durch den Abend führt Kabarettist Michael Altinger unterstützt von Constanze Lindner („Die Komiker“), die als Cordula Brödke versucht, sich auch einen Preis zu verdienen. Ebenso gut wie das ausgezeichnete Kabarett sorgen „The Les Clöchards“ für großartige Stimmung im ausverkauften Lustspielhaus.

Bayerischer Kabarettpreis 2012

Auch in diesem Jahr wird der Bayerische Kabarettpreis wieder im Münchner Lustspielhaus verliehen. Erneut führt Michael Altinger als Gastgeber und Moderator durch den Abend. Die Veranstaltung ist seit längerem ausverkauft, aber alle diejenigen, die keine Karte bekommen haben können die Preisverleihung am Freitag, den 20. Juli, ab 22.30 Uhr im Bayerischen Fernsehen nachverfolgen. Für alle Ungeduldigen wird /e-politik.de/ schon vorab von der Veranstaltung berichten.

Die diesjährigen Preisträger sind Christoph Seiber als Senkrechtstarter und Lizzy Aumeier in der Kategorie Musikkabarett. Der begehrte Hauptpreis geht in diesem Jahr an Jochen Malmsheimer, der 2009 die Laudatio für Rainald Grebe gehalten hat. Malmsheimer, bekannt für seine Stakkato-artigen und teils populärphilosophischen Beiträge, wählt für seine Kabarettprogramme gern ungewöhnliche Titel wie „Ich bin kein Tag für eine Nacht oder: Ein Abend in Holz“. Mit Nummern wie „Das Wurstbrot“ oder „Das bürgerliche Wohnzimmer“ hält er dem deutschen Durchscnittsspießbürger den Spiegel vor Augen.

Den Ehrenpreis 2012 erhält das Duo Henning Venske und Jochen Busse, zwei Urgesteine des deutschen Kabaretts mit weit über 100 Jahren addierter Lebenserfahrung. Ab 2007 tourten die beiden zunächst mit dem Programm „Legende trifft Urgestein“ durch den deutschsprachigen Raum. Seit 2009 mit dem Nachfolger „Inventur“.

Django Asül: Rückspiegel

Einen Jahresrückblick der ganz besonderen Art bietet der Kabarettist Django Asül mit seinem neuen Programm Rückspiegel. Nach Fragil gastiert Asül mit seinem neuen Programm für kurze Zeit im Münchener Lustspielhaus.

Was für die Fahrschule gilt – „Wer nach vorne fährt, sollte den Blick nach hinten nicht vergessen“ – kann auch in der Politik so verkehrt nicht sein. Das vergangene Jahr bietet auch wahrlich genügend Anlässe für eine satirische Rückschau. Für Django Asül drängen sich dabei so einige Fragen auf: Hatte diese schwarz-gelbe Regierung überhaupt einen Führerschein und wenn ja für welches Land? Waren die Skandale, die Fernsehlandschaften erschütterten real oder Reality? Wer kam, wer ging? Und wer war überhaupt da?

Am Dienstag, 29.11.2011 findet die München-Premiere von Rückspiegel statt. Tickets für die Veranstaltung und Informationen zu den weiteren Terminen gibt es direkt beim Lustspielhaus oder auf der Homepage des Künstlers. Außerdem wird das Sonderprogramm vom Bayerischen Fernsehen aufgezeichnet und in zwei Teilen am 29. und 30. Dezember jeweils um 22:00 Uhr ausgestrahlt.

Veranstaltung: BarCamp – How the Internet Changes our Reality

Von #solidarity zu #occupy sehen wir derzeit überall die Macht der Internet befähigten politischen Aktion im Einsatz. Individuen können sich schnell organisieren, sich um Ideen formieren und Informationen (oder Missinformationen) blitzschnell streuen. Es ist offensichtlich, dass Online-Plattformen eine Auswirkung in der realen Welt haben: Von Maghreb zur Mainstreet / Benghazi nach Boston / Syrien zur Wallstreet (wählen Sie sich Ihr Lieblingsbeispiel) ist die Nutzung von Tools im Internet als Katalysatoren für Aktivismus inzwischen etabliert und nimmt weitere Fahrt auf.

Wie können wir die neuen Kräfte in unserer globalen Gesellschaft nutzen, um uns produktiv mit den chronischen Problemen der Menschheit zu befassen? Was sind die Einschränkungen dieser neuen Möglichkeiten und Bewegungen? Wie können diese neuen tools von Entscheidungsträgern und anderen Personen genutzt werden, um mit zukünftigen Herausforderungen umzugehen? Wo treffen das Internet und Gemeinschaften der „realen“ Welt zusammen? Welche Themen betreffen beide? Welche Beispiele gibt es dazu außerhalb Europas?

Am 28. November sollen diese Fragen im Rahmen eines eintägigen BarCamps in Berlin diskutiert werden. Mit der Registrierung hat jeder Teilnehmer die Möglichkeit, eigene Sessions vorzuschlagen und eigene Themen einzubringen. Argumentieren Sie Ihre Ideen zu praktikablen Lösungen. Helfen Sie uns, gemeinsam einen Weg zu finden, die unglaubliche Energie und Kreativität im Netz zu nutzen, um die Probleme der Zukunft anzugehen!

Veranstaltung
BarCamp: How the Internet Changes our Reality
New Forces in Global Society
How the Internet Changes (our) Reality

Wann?
Montag, 28 November, 2011

Wo?
Umweltforum
Pufendorfstrasse 11
10249 Berlin

Wer?
Alexander von Humboldt Institut
für Internet und Gesellschaft

Weitere Informationen und Registrierung unter: http://futurechallenges.org/barcamp-berlin/

16. November | NATO-Botschafter Günter Erdmann spricht in Heidelberg

Botschafter Martin Erdmann hält Festvortrag zum Thema „Die Rolle der Bundesrepublik Deutschland in der NATO und das transatlantische Verhältnis“, Auftaktveranstaltung des Forums Heidelberg-Mannheim der Deutschen Atlantischen Gesellschaft

Gemeinsam mit der Deutschen Atlantische Gesellschaft begrüßt das Forum für internationale Sicherheit am Mittwoch, den 16. November 2011 in der Auftaktveranstaltung des neu gegründeten Forums Heidelberg-Mannheim der Deutsche Atlantische Gesellschaft den deutschen NATO-Botschafter Martin Erdmann zu einem Vortrag zum Thema „Die Rolle der Bundesrepublik Deutschland in der NATO und das transatlantische Verhältnis“. Die Veranstaltung beginnt um 19:30 Uhr und findet im Heidelberg Center for American Studies (Hauptstraße 120) statt.

Eingeleitet wird der Abend von General a.D. Dr. h.c. Klaus Naumann (Vizepräsident der Deutschen Atlantischen Gesellschaft) sowie General a.D. Karl-Heinz Lather (Leiter des Forums Heidelberg-Mannheim der Deutschen Atlantischen Gesellschaft). Im Anschluss an den Festvortrag gibt es eine Diskussion mit dem Publikum sowie einen gemeinsamen Umtrunk.

Weitere Informationen zur Veranstaltung und zur Anmeldung gibt es hier.

12. Mai | Public Relations als fünfte Gewalt

PR-Experten diskutieren die Grenzen ihres Fachs

Öffentlichkeitsarbeit von Unternehmen, Ministerien und Organisationen gewinnt immer mehr an Bedeutung und beeinflusst auch die Arbeit von Journalisten. Es ist mehrfach die Rede von den Public Relations als fünfter Gewalt. Wo ist die Grenze zwischen PR und Journalismus? Wie können sich Bürgerinnen und Bürger in der Informationsvielfalt orientieren? Was können sie glauben? Darüber diskutieren die PR-Experten Prof. Dr. Klaus Kocks von der Cato-Societät für Kommunikationsberatung in Hornbach und Dr. Lutz Meyer, Geschäftsführer der Blumberry GmbH, zuvor Geschäftsführer der Scholz & Friends Agenda. J

örg Wagner von RadioEins wird das Gespräch moderieren. Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 12.05. um 18.30 Uhr in der Humboldt-Universität, Seminargebäude am Hegelplatz, statt. Der Eintritt ist frei.

Die politische und institutionelle Kommunikation ist ein Wachstumsfeld der PR-Branche. Demgegenüber werden Redaktionen von Zeitungen, Hörfunk und Fernsehen verkleinert. PR-Texte finden Eingang in die journalistische Arbeit, für gründliche Recherche und kritische Analyse ist die Zeit oft zu knapp. Freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewegen sich meist sowohl auf dem Feld der Public Relations als auch des Journalismus. Sie folgen darin unterschiedlichen Ansprüchen: dem, eine positive Außenwirkung zu erzielen und dem, möglichst sachlich und neutral zur Aufklärung beizutragen. Wie wird öffentliche Meinung gegenwärtig hergestellt? Welchen Einfluss haben die Public Relations dabei? Wo ist die Grenze zwischen gekonntem Fabulieren und listiger Täuschung? Wie können sich mündige Nutzerinnen und Nutzer kompetent in der Medien- und Meinungsvielfalt bewegen?